Yves Leterme

Yves Leterme (2009)

Yves Camille Désiré Leterme (* 6. Oktober 1960 in Wervik, Belgien) ist ein belgischer Politiker der Christen Democratisch en Vlaams (CD



Inhaltsverzeichnis



Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Yves Leterme ist der Sohn eines französischsprachigen Vaters und einer flämischen Mutter. Er ging in Ypern zur Schule und studierte Rechtswissenschaften und Politische Wissenschaften an der Universität Gent. Von 1987 bis 1989 arbeitete er als Rechnungsprüfer für den belgischen Rechnungshof. Anschließend begann er seine überregionale Parteikarriere in der flämischen christdemokratischen Partei CD

Nach der Niederlage der CD

Bei den belgischen Parlamentswahlen am 10. Juni 2007 trat Leterme als Spitzenkandidat der CD&V an. Nach den deutlichen Zugewinnen der Christdemokraten sowohl in Flandern als auch in Wallonien erhielt Leterme von König Albert II. den Auftrag zur Regierungsbildung; daraufhin legte er sein Amt als flämischer Ministerpräsident nieder. Er führte zunächst Koalitionsverhandlungen mit den flämischen Liberalen sowie den französischsprachigen Christdemokraten und Liberalen. Da aber keine Fortschritte bezüglich einer von den Flamen geforderten, von den Frankophonen jedoch abgelehnten weiteren Kompetenzübertragung vom Zentralstaat auf die Regionen erzielt werden konnten, gab Leterme am 23. August den Auftrag zur Regierungsbildung wieder zurück. Er wurde einen Monat später erneut von Albert II. mit der Regierungsbildung beauftragt, gestand aber am 1. Dezember 2007 das endgültige Scheitern der Bildung einer von ihm geführten Regierung ein. In der am 21. Dezember 2007 vereidigten Übergangsregierung Guy Verhofstadts bekleidet Leterme die Ämter des Vize-Premierministers sowie des Ministers für Haushalt, Mobilität und institutionelle Reformen.

Am 18. März 2008 wurde bekannt, dass sich flämische und wallonische Christdemokraten (CD

Bereits am 14. Juli 2008 bot er jedoch dem belgischen König seinen Rücktritt an, da sich seine Regierung nicht auf eine Staatsreform hatte einigen können, wofür Leterme sich eine Frist bis zum 15. Juli gesetzt hatte. Die Reform sollte durch eine Neuverteilung der Kompetenzen zwischen Gesamtstaat und Regionen den ständigen, lähmenden Konflikt zwischen den beiden Landesteilen Belgiens entschärfen. Albert II. lehnte jedoch das Rücktrittsgesuch Letermes am 17. Juli ab und beauftragte drei Politiker, im Konflikt um die Staatsreform zu vermitteln.

Am 19. Dezember 2008 bot Leterme den Rücktritt seiner gesamten Regierung an. Dem Büro des Ministerpräsidenten und dem Justizminister war vorgeworfen worden, ein Gerichtsverfahren um den Verkauf der angeschlagenen Fortis-Bank beeinflusst zu haben. Nachdem die Regierung im September 2008 der Verkauf von 75 Prozent der Anteile an die französische Großbank BNP Paribas verkündet hatte, zogen die Kleinaktionäre der Fortis vor Gericht, weil sie nicht konsultiert worden waren. Das Gericht urteilte in zweiter Instanz, dass sämtliche Transaktionen bis zu einer ordentlichen Abstimmung der Aktionäre ausgesetzt werden müssen. Diese Entscheidung hatte, wie der belgische Kassationshof in einem Bericht feststellte, die Regierung zu verhindern versucht. Leterme stritt den Versuch einer Einflussnahme ab. Am 22. Dezember nahm König Albert II das Rücktrittsgesuch an. Die Regierung Leterme blieb zunächst geschäftsführend im Amt. Am 30. Dezember 2008 wurde Herman Van Rompuy als neuer belgischer Premierminister vereidigt.

Leterme hatte bereits am 21. Juli 2007 für Schlagzeilen gesorgt, indem er auf die Frage nach dem Grund für den belgischen Nationalfeiertag am 21. Juli fälschlicherweise mit der „Proklamation der Verfassung“ antwortete; tatsächlich legte an diesem Tag der erste König der Belgier den Eid auf die Verfassung ab. Weiterhin verwirrte er die Reporter des frankophonen Fernsehsenders RTBF, indem er auf die Bitte, die belgische Nationalhymne zu singen, die französische Hymne anstimmte.

Am 17. Juli 2009 folgte Leterme Karel de Gucht, der in die EU-Kommission wechselte, als Außenminister der Regierung Van Rompuy I nach.

Nachdem Premierminister Herman Van Rompuy am 19. November 2009 zum ersten ständigen Präsidenten des Europäischen Rates designiert wurde, legte er sein Amt als Premierminister am 25. November 2009 wegen Unvereinbarkeit der Ämter nieder. Am gleichen Tag noch wurde Yves Leterme zum Premierminister ernannt und führt seitdem seine zweite Föderalregierung.

Der wiederaufgeflammte Streit um den Zuschnitt des Wahlkreises Brüssel-Halle-Vilvoorde führte im April 2010 zum Austritt der flämischen Open VLD aus der Fünfparteienkoalition Letermes. Obwohl Leterme auch nach dem Rückzug der Liberalen eine rechnerische Parlamentsmehrheit besaß, reichte er am 22. April 2010 sein Rücktrittsgesuch bei König Albert II. ein. Nachdem der König dieses Rücktrittsgesuch zuerst abgelehnt hatte, nahm er es am Abend des 26. Aprils 2010 an.

Am 13. Juni 2010 fanden vorgezogene Neuwahlen statt, bei der die CD

Am 16. September 2011 wurde Leterme als neuer stellvertretender Generalsekretär der OECD benannt, sodass er spätestens Ende 2011 die belgische Politik verlassen musste. Bei der OECD ist Leterme für die Bereiche Sozialpolitik, Beschäftigung, Gesundheit sowie kleine und mittlere Unternehmen zuständig.

Yves Leterme ist mit Sofia Haesen verheiratet und hat drei Kinder. Er lebt in Ypern.



bersicht der politischen mter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1995 ? heute: Mitglied des Gemeinderates in Ypern
  • 1995 ? 2001: Schffe in Ypern
  • 1997 ? 2004: Mitglied der fderalen Abgeordnetenkammer
  • 2004 ? 2007: Mitglied des Flmischen Parlamentes (teilweise verhindert)
  • 2004 ? 2007: Ministerprsident der Flmischen Regierung, zustndig fr institutionelle Reformen, Landwirtschaft, Fischerei und lndliche Politik
  • 2007 ? 2010: Senator (teilweise verhindert)
  • 2007 ? 2008: Vizepremierminister, Minister fr den Haushalt, Mobilitt und institutionelle Reformen in der Regierung Verhofstadt III
  • 2008: Premierminister der fderalen Regierung Leterme I
  • 2009: Fderaler Minister fr auswrtige Angelegenheiten und Auenhandel in der Regierung Van Rompuy (nach Umbildung)
  • 2009 ? 2011: Premierminister der fderalen Regierung Leterme II
  • 2010 ? heute: Mitglied der fderalen Abgeordnetenkammer (teilweise verhindert)
  • 2014 ? Aufsichtsrat Tele Columbus AG


Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]



Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. ?Tages-Anzeiger: Regierungsbildung in Belgien gescheitert vom 23. August 2007.
  2. ?Tagesschau: Leterme wirft das Handtuch (tagesschau.de-Archiv) vom 1. Dezember 2007.
  3. ?Tagesschau: Fnf-Parteien-Koalition beendet Neun-Monats-Krise (Memento vom 20. Dezember 2008 imInternet Archive) vom 18. Mrz 2008.
  4. ?Spiegel Online: Rcktrittsgesuch beim Knig: Belgische Regierung nach vier Monaten gescheitert vom 15. Juli 2008
  5. ?Spiegel Online: Krise in Belgien: Knig Albert lehnt Letermes Rcktrittsgesuch ab vom 18. Juli 2008.
  6. ?Neue Zrcher Zeitung: Belgische Regierung bietet Rcktritt an vom 19. Dezember 2008.
  7. ?Spiegel Online: Belgien: Spitzenpolitiker singt falsche Nationalhymne vom 22. Juli 2007
  8. ?flanderninfo.be: Sthlercken in der belgischen Regierung vom 17. Juli 2009
  9. ?Lalibre.be: Yves Leterme nomm Premier ministre (25. November 2009) (frz.)
  10. ?Die Welt: Koalition von Yves Leterme ist am Ende, 22. April 2010.
  11. ?Martin Buxant & Francis Van de Woestyne: "La chute (de val, der Untergang)", La Libre Belgique, 27. April 2010.
  12. ?Offiziell: Premier Yves Leterme wechselt zu OECD, BRF online, 16. September 2011.

Yves Leterme (2009)Bild: Tom Lemmens

Staatswappen Belgiens

Flagge Belgiens

Flagge Flanderns

Yves Camille Désiré Leterme (* 6. Oktober 1960 in Wervik, Belgien) ist ein belgischer Politiker der Christen Democratisch en Vlaams (CD&V). Er ist ehemaliger Ministerpräsident der Region Flandern und war vom 25. November 2009 bis 5. Dezember 2011 belgischer Premierminister und Regierungschef. Dieses Amt hatte er bereits vom 20. März 2008 bis zum 30. Dezember 2008 inne. Vom 17. Juli 2009 bis zum 25. November 2009 war er belgischer Außenminister.

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Geboren & Gestorben

Geboren:
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Yves Leterme wird in Wervik, Belgien geboren. Yves Camille Désiré Leterme ist ein belgischer Politiker der Christen Democratisch en Vlaams (CD&V). Er ist ehemaliger Ministerpräsident der Region Flandern und war vom 25. November 2009 bis 5. Dezember 2011 belgischer Premierminister und Regierungschef. Dieses Amt hatte er bereits vom 20. März 2008 bis zum 30. Dezember 2008 inne. Vom 17. Juli 2009 bis zum 25. November 2009 war er belgischer Außenminister.

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Yves Leterme ist heute 57 Jahre alt. Yves Leterme ist im Sternzeichen Waage geboren.

Politik & Weltgeschehen

2014

Übersicht der politischen Ämter:
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– Aufsichtsrat Tele Columbus AG

2010

Übersicht der politischen Ämter:
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– heute: Mitglied der föderalen Abgeordnetenkammer (teilweise verhindert)

2009

Übersicht der politischen Ämter:
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– 2011: Premierminister der föderalen Regierung Leterme II

2009

Übersicht der politischen Ämter:
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Föderaler Minister für auswärtige Angelegenheiten und Außenhandel in der Regierung Van Rompuy (nach Umbildung)

2008

Übersicht der politischen Ämter:
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Premierminister der föderalen Regierung Leterme I

Tagesgeschehen

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Paris/Frankreich: Belgiens PremierministerYves Leterme wird zum stellvertretenden Generalsekretär der OECD ernannt, wodurch er bis Ende des Jahres die Politik Belgiens verlassen wird.
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Brüssel/Belgien: Nach dem Bruch der Regierungskoalition infolge des Streites um den Wahlkreis Brüssel-Halle-Vilvoorde kündigt PremierministerYves Leterme seinen Rücktritt an.
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Brüssel/Belgien: Yves Leterme wird als Nachfolger von Herman Van Rompuy, dem designierten Präsidenten des Europäischen Rates, zum Premierminister Belgiens ernannt
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Brüssel/Belgien: König Albert II. ernennt den ehemaligen Finanzminister Herman Van Rompuy zum belgischen Premierminister. Rompuy will die Fünf-Parteien-Koalition von Vorgänger Yves Leterme weiterführen.
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Brüssel/Belgien: König Albert II. nimmt das Rücktrittsgesuch von Premierminister Yves Leterme an. Leterme, der wegen des Skandals um die Fortis-Bank zurücktritt, führt die Geschäfte bis zur Ernennung eines Nachfolgers weiter.

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