Zeitzeuge

Zeitzeugen sind Personen, die von bestimmten historischen Ereignissen Zeugnis geben können, weil sie zu der betreffenden Zeit gelebt haben. Enger gefasst ist dagegen der Begriff Augenzeuge, d. h. jemand, der ein Ereignis vor Ort persönlich miterlebt hat. Bei Dingen und Überlieferung an sich handelt es sich um ein Zeitzeugnis.

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Geboren & Gestorben

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Gestorben: Rajmund Pajer stirbt in Montreal, Kanada. Rajmund Pajer war ein kanadischer Flugzeugmechaniker slowenischer Abstammung und war ursprünglich italienischer Staatsbürger. Während der Zeit des Nationalsozialismus war er als Jugendlicher im österreichischen KZ Mauthausen sowie in zwei von dessen Nebenlagern inhaftiert. Als Zeitzeuge sowie in seinen 2010 veröffentlichten Erinnerungen an die Kriegs- und KZ-Häftlingszeit setzte er sich für Aufklärung über die Verbrechen und Gräuel der NS-Zeit in Österreich ein.
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Gestorben: Gert Schramm stirbt. Gert Schramm war ein Zeitzeuge des Nationalsozialismus; er war der jüngste schwarze Häftling im KZ Buchenwald.
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Gestorben: Hugo Höllenreiner stirbt in Ingolstadt. Hugo Adolf Höllenreiner war ein deutscher Sinto und Überlebender des Porajmos. Als Kind überlebte er das „Zigeunerlager Auschwitz“ und drei weitere Konzentrationslager. Seit Ende der 1990er Jahre engagierte er sich als Zeitzeuge.
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Gestorben: Othmar Wundsam stirbt in Wien. Othmar „Otto“ Wundsam war ein österreichischer Zeitzeuge der NS-Zeit. Er war am Widerstand gegen den Nationalsozialismus beteiligt und überlebte die Inhaftierung in mehreren Konzentrationslagern sowie einen Todesmarsch. Später war er bei der Weitergabe der Erinnerung an den Nationalsozialismus an die nächste Generation engagiert. Außerdem betätigte er sich als Künstler, wobei er sich insbesondere mit seinen Erlebnissen aus dem Krieg und der KZ-Haft auseinandersetzte.
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Gestorben: Rochus Misch stirbt in Berlin. Rochus Misch war ein deutscher Angehöriger der SS in der Leibstandarte SS Adolf Hitler, zuletzt mit dem Dienstgrad SS-Oberscharführer. Von 1940 bis 1945 war er als Angehöriger des Führerbegleitkommandos im Führerhauptquartier tätig, zuletzt auch als Telefonist. Nach dem Tod von Traudl Junge 2002, Otto Günsche 2003 und Bernd Freytag von Loringhoven im Jahr 2007 war Misch der letzte Zeitzeuge aus dem engeren Umfeld Hitlers.

Rundfunk, Film & Fernsehen

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Rundfunk: Unter dem Titel Aghet -Ein Völkermord zeigt das Erste anlässlich des 95. Jahrestages einen aufwändig gestalteten Dokumentarfilm über den Völkermord an den Armeniern im Osmanischen Reich. Der Film baut auf Originalaussagen von Zeitzeugen wie diplomatischen Personal, Ärzten, Krankenschwestern und Entwicklungshelfern meist neutraler Staaten wie Dänemark oder Schweden auf, welche von prominenten Schauspielern wie Martina Gedeck oder Sylvester Groth dargestellt werden.

2008

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Film: Das blondierte Glück von Svenne Köster erzählt die Geschichte eines deutschen Obsessionisten, dem es zum Lebensinhalt geworden ist, sich mit seinen leidvollen Erfahrungen im ehemaligen Stasi-Gefängnis der DDR als Zeitzeuge in seinem Berliner Alltag zu überhöhen. Als dieses in seinem Bekanntenkreis auf Desinteresse trifft, engagiert Karl zwei Escort-Ladys aus dem Internet, um so mehr Aufmerksamkeit und Anerkennung auf sich und sein Leid zu lenken. Doch dabei erfährt Karl etwas wunderliches. In seiner Gegend, wo oft nur zählt, wer irgendetwas vorzuweisen hat, ist er ganz bei sich selbst, in jenen Verhältnissen, vor denen ihn die Stasi immer gewarnt hat.

Stab:
Regie: Svenne Köster
Drehbuch: Svenne Köster, Dieter Köster
Produktion: Kneesebeck-Film, mbu
Kamera: Dieter Köster

Besetzung: Rainer Dellmuth, Tanja Pahlow, Catharina Candler, Dirk Kaufmann, Dorothea Moritz, Benjamin Stadlmayr

1985

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Film: Shoah ist ein zweiteiliger Dokumentarfilm des Regisseurs Claude Lanzmann aus dem Jahre 1985, in dem überwiegend Zeitzeugen der Schoah (Holocaust) (von hebr. הַשׁוֹאָה ha'Schoah) befragt werden. Es wird in dem Film kein einziger Leichnam abgebildet (auch nicht als Archivbild). Die Filmaufnahmen bestehen überwiegend aus Interviews und vielen langsamen Kamerafahrten an den heutigen Plätzen, an denen damals Tausende Juden deportiert und ermordet wurden.

Stab:
Regie: Claude Lanzmann
Kamera: Dominique Chapuis, Jimmy Glasberg, William Lubtchansky
Schnitt: Ziva Postec, Anna Ruiz

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